Tauchen, tauchen, tauchen – ich liebe Tauchen! Ich finde, es ist eine der coolsten Sportarten düberhaupt. Sobald ich mich unter Wasser befinde, bin ich in einer völlig anderen Welt, die so gar nichts mit unserem „normalen“ Leben auf der Oberfläche zu tun hat. Leider komme ich nicht gar so oft dazu, denn die Begeisterung für unseren heimischen Seen hat mich nie gepackt. Unter der Sprungschicht 4 Grad und mit etwas Glück mal eine Forelle oder ein Waller? Naaah. Da investiere ich lieber meine Urlaubszeit und fahre ans Meer. Und das sollet ihr auch tun, mit bestehendem Tauchschein oder eben zum Absolvieren eines Tauchkurses. Es gibt so viele tolle Gründe für einen Tauchurlaub. Meine Top 7 findet ihr hier!
1) Die Urlaubslocation sucht dich, nicht umgekehrt.
Wer das Tauchen im Fokus hat, richtet sich nach lokalen Tauchschulen oder den besten Tauchspots. Natürlich bleibt auch die Frage der Unterkunft und schöner Strände wichtig, aber in erster Linie will ich nicht 50 Kilometer fahren, um auf mein Tauchboot steigen zu können. Es ist also mal eine ganz andere Herangehensweise an den Urlaubsort als sonst. Und das bringt oft richtig positive Überraschungen und „Geheimtipps“ mit sich. So hatten wir in Elba am Strand, wo sich die Tauchschule befand, zwei Lokale zur Auswahl, in die wir unter normalen Umständen NIEMALS gegangen wären. Aber Tauchen macht hungrig, und deshalb haben wir uns dennoch hineingesetzt. Und siehe da – es stellte sich heraus, dass diese zwei „shabby restaurants“ die besten Fischrestaurants unserer gesamten Reise waren. Außerdem hatten wir auf Elba ein megacooles Apartment mit Meerblick, das nur über die Tauchschule vermietet wurde. So schön hätten wir sonst nicht gewohnt.
2) Du triffst viele Gleichgesinnte
Sport verbindet. Für einen „Extrem“sport wie Tauchen gilt das noch viel mehr als für alltägliche Sportarten. Bei einer Tauchreise kommen ganz viele unterschiedliche Menschen zusammen. Von jung bis alt, von Neuling bis alter Hase, von Wrackprofi bis Eismeertaucher. Jede Gesinnung, jede Einkommensschicht und jede Einstellung ist bunt gemischt zusammengewürfelt. Und alle verbindet die große Liebe zum gemeinsamen Sport. Da wird von Früh bis spät gefachsimpelt und erzählt. Für mitreisende Nichttaucher kann das ganz schön anstrengend sein. Aber diese Zusammengehörigkeit ist für mich einer der schönsten Gründe für einen Tauchurlaub.
3) Vom Fernsehen in die Realität
Seit ich 2006 das Privileg hatte, drei Tage lang an intakten Tauchspots des Great Barrier Reefs in Australien zu tauchen, sehe ich Dokumentationen über Riffe mit ganz anderen Augen. Viele mögen ein besorgtes Stirnrunzeln ziehen, wenn über die Korallenbleibe am Great Barrier Reef berichtet wird – ich könnte jedes Mal heulen. Kein Taucherlebnis war bisher wieder so nachhaltig beeindruckend wie dieser Fisch- und Korallenreichtum.
Berichte über Korallenriffe im Fernsehen sind wirklich schön. Sie aber mit eigenen Erinnerungen zu verknüpfen, ist etwas ganz anderes.
4) Familienübergreifender Spaß
Ich habe keine Kinder, daher werde ich über diesen Punkt etwas mutmaßen. Der „klassische Tauchschein“, der Open Water Diver, kann mit 10 Jahren begonnen werden, aber auch für jüngere Kinder gibt es Tauchprogramme wie den Bubblemaker von PADI. Ich bin überzeugt davon, dass es für eine Familie ein sehr intensives Erlebnis ist, wenn alle den Tauchschein machen und gemeinsam zum ersten Mal im offenen Meer oder im See unter Wasser das echte Taucherlebnis spüren.
5) Sportlich im Urlaub
Hand hoch, wer schafft es wirklich im Urlaub Sport zu machen (wenn es kein designierter Aktivurlaub ist)? Gerade erst letztens in Straßburg hatten meine Freundin und ich die Laufschuhe im Gepäck. Tja, wir haben sie ungetragen wieder mit nach Hause genommen.
Tauchen ist eher der „Sport den man nicht spürt“. Also nach dem Tauchen schon, denn nach zwei Tauchgängen ist man durchwegs erschöpft. Aber die Bewegung selbst rückt in den Hintergrund hinter das Erlebnis. So merke ich es gar nicht, dass ich einige Kalorien im Wasser zurücklasse. Übrigens verbrennt Tauchen genauso viele Kalorien wie Joggen!
6) Lerne Nemo perönlich kennen!
Seit „Findet Nemo“ ist der Clownfisch der berühmteste Fisch der Welt, den wirklich jeder benennen kann („Nemo“ nämlich…). Dabei ist es gerade am Korallenriff so spannend, über dessen Bewohner mehr zu lernen. Vom dicken standorttreuen Zackenbarsch am Einstieg über elegante Wimpelfische bis hin zum scheuen Weißspitzen-Riffhai – das Zoologiewissen kommt automatisch mit. Schließlich will ich ja wissen, was ich genau gesehen habe (allein schon, um damit vor anderen Tauchbegeisterten nach der Heimreise angeben zu können 😉 ). Und egal ob Groß oder Klein, jeder freut sich wenn er im Fernsehen einen Fisch sieht und sagen kann „Schau mal, den habe ich in Ägypten schon in echt gesehen!“.
7) Inzwischen einer der wichtigsten Gründe für einen Tauchurlaub: Raise the Awareness!
Dass unser Plastikmüll-Problem eine der gravierensten Umweltthematiken unserer Zeit ist, dürfte inzwischen schon bei den Meisten angekommen sein. Vom TV-Bericht über die Plastikinsel im Pazifik bis hin zum „Geben Sie mir den Wurst-Aufschnitt doch bitte in meine Tupperdose statt es extra einzuwickeln!“ ist der innere Schweinehund aber enorm groß. Selbst erlebt zu haben, wie im Ozean der Plastikmüll zwischen den Meerestieren und dir als TaucherIn herumschwimmt, ist ein Erlebnis, das man so schnell nicht wieder vergisst. Dieser Schockmoment ändert deine Einstellung, egal wie ernst man den Umweltschutz vorher genommen hat.
Aber auch ohne ein solches Erlebnis, das ich niemandem wünsche: Das fragile Ökosystem eines Riffs selbst erlebt zu haben sollte in jedem Taucher den Wunsch nach Umweltschutz und Plastikverzicht enorm stärken. Und schließlich ist es ja gar nicht soviel Mehraufwand, beim nächsten Einkauf Tupperdosen für die Wurst und ein Baumwollsackerl mitzunehmen. 🙂
So, jetzt habe ich es doch tatsächlich geschafft, meine Gründe für einen Tauchurlaub mit dem moralischen Zeigefinger zu beenden. Ich hoffe, ihr nehmt es mir nicht übel! 🙂
Falls ihr noch keine Taucher seid: Probiert es! Wirklich! Zumindest um es einmal erlebt zu haben, wie es ist, mit den Meeresbewohnern auf echter Augenhöhe zu sein.
PS: Wer entdeckt hat, dass ich auf dem Unterwasserfoto die Hand auf einer Koralle habe – das ist richtig, und das darf natürlich nicht sein!
PPS: Ein Grund, der defintiv gegen das Tauchen spricht: Schön ist man auf Fotos nicht gerade. 😀