Eine Woche ist vergangen, seit mein Flugzeug am Flughafen von Phuket gelandet ist. Es fühlt sich schon viel länger an. Und diese Woche steht definitiv unter dem Motto „Und erstens kommt es anders…“

Zuhause

Während ich hier schreibe sitze ich im Foyer des Hotels, zu dem meine Unterkunft gehört. Ich habe ein schönes, nagelneu renoviertes Zimmer nur zwei Häuser weiter, aber das W-LAN geht noch nicht. Außerdem habe ich noch keinen Tisch und keine Stühle im Zimmer. Alles wird, aber bis dahin muss ich eben ins Foyer ausweichen.

Foyer bedeutet hier übrigens „vorderer Raum des Hotels ohne Wand nach draußen“. Ich genieße den Ventilator hinter mir bei noch ungefähr 30 Grad. Dass hier mal keine Klimaanlage weht, ist wirklich angenehm. Langsam gewöhne ich mich an die Hitze und finde die oftmals krasse Kälte in den Geschäften grauenhaft.

Arbeit am Blog im offenen Foyer des Hotels Green Harbor in Patong Beach auf Phuket. Rückblick auf eine Woche Thailand. Wanderhunger

Die Hotelbesitzer sind ein Engländer und seine thailändische Frau, die viele, viele Jahre in Europa gelebt haben. Das ist wirklich sowas von angenehm, weil sie zwar Thai ist und alles erklären kann, was an Fragen aufkommt, aber gleichzeitig total europäisch ist und ausgezeichnet englisch spricht.

Mein Zimmer liebe ich sehr, auch wenn es wirklich einfach ist. Bett, Badezimmer, Klimaanlage, Kühlschrank, Kasten und (bald) Sessel und Stühle. Dazu ein kleiner Balkon, der mir ausschließlich dazu dient, meine Wäsche aufzuhängen. Es ist ohnehin zu heiß um draußen zu sitzen. Wenn ich das will, setze ich mich lieber an den Strand oder in ein Lokal. Derzeit bin ich noch die einzige Hausbewohnerin, also ist es auch abends perfekt ruhig.

Essen

Ob ihr mich persönlich kennt oder nur meine Blogbeiträge gelesen habt: Ihr wisst bestimmt, dass für mich gilt REISEN = ESSEN. Das schönste am Reisen ist immer das Essen. Also erwartet ihr bestimmt, dass ich mich schon quer durch das Street Food Angebot durchgefuttert habe.

Lieblingsspeise Beef Noodle Soup mit frischen Sprossen und Kräutern in Thailand. Streetfood. Rückblick auf eine Woche Patong Beach. Wanderhunger

Das Gegenteil ist der Fall. Ich habe so wenig Zeit (siehe Tauchen)! Ich komme abends heim, schnappe mir nur irgendwo schnell etwas zu futtern, und das war’s. Vor zwei Tagen hat mich auch eine Nacht lang der Reisedurchfall erwischt, deshalb bin ich gerade auch etwas vorsichtiger und langweiliger beim Essen. Und dann kommt auch noch dazu, dass es so heiß ist – mein Appetit ist einfach nicht vorhanden. Ich „zwinge“ mich also manchmal zum Abendessen, damit ich am nächsten Tag genug Energie zum Tauchen habe (ehrlich, das ist mir noch NIE passiert). Das wirklich Gute daran: Meine Komfortpölsterchen werden sich hoffentlich bald vertschüssen.

Davon abgesehen, keine Frage: Das Essen ist einfach nur geil! 🙂 Letzte Woche haben Michael und ich uns einen Thai-Hotpot gegönnt. Also echt gut und scharf gewürzte Thai-Suppe mit Kräutern, Gemüse und Fleisch. Das Fleisch wird dabei ganz dünn vorgeschnitten und mit Stäbchen nur kurz in die heiße Suppe gehalten. Also mehr ein Fondue, bei dem man die Suppe gleich isst.

Demnächst werde ich aber auch einen laufenden Post veröffentlichen mit Thai Food. Ich bin schon fleißig am Fotografieren von allem, was ich esse, aber es dauert etwas länger als erwartet. Siehe oben…
Das gleiche gilt für Obst. Es gibt hier SO coole Obstsorten! Michael wartet schon darauf, dass ich meine erste Durian (Stinkfrucht) probiere. Er will mitfilmen. Ich stells mir nicht so schlimm vor. Angeblich riecht sie wie Schweißfüße und schmeckt aber gut. Man wird sehen. Aber beim Obst bin ich vorsichtig, weil zuviel Obst macht sich verdauungstechnisch echt nicht gut, und die meisten Tage verbringe ich in an Bord eines Schiffes oder sogar in einem Wetsuit. NICHT lustig mit Durchfall!

Ein Berg von Mangos auf dem Streetfood Markt in Patong Beach auf Phuket in Thailand. Rückblick auf eine Woche Auswandern. Wanderhunger

Tauchen

Alter Schwede, ich sags euch.

Meine Vorstellung von meinem Leben hier bevor ich angekommen bin: 3 bis 4 Tage Kurs pro Woche, dazwischen chillen, essen und eventuell eine Sprache lernen.
Realität: KEINE ZEIT FÜR NIX!

Donnerstag und Freitag waren sehr gemütlich. Donnerstag haben wir am herrlichen Kamala Beach verbracht, Freitags gemeinsam auf dem Tauchschiff beim Fun-Tauchen mit All4Diving, meiner Tauchschule.

Rückfahrt vom Tauchtrip bei Koh Phi Phi mit All4Diving Phuket. Rückblick auf eine Woche in Patong Beach. Wanderhunger

Samstag ging der Divemaster Kurs los, ich habe mich schon total darauf gefreut. Meine Vorstellung vom Tag: Einführung, ein bisschen Theorie, das wars.

Realität: 2,5 Stunden Einführung und erste Theorie, halbe Stunde Pause (die ich nicht hatte, weil ich meinem nicht-gut-englisch-sprechenden DM-Kollegen geholfen habe), physical assessment (400 m Schwimmen, 15 Minuten Wassertreten), danach rein in die Tauchausrüstung und volle zwei Stunden Diveskills üben im Pool. Essen? Fehlanzeige. Habe nicht gefrühstückt, hatte keine Zeit für Mittagessen, erst um 20 Uhr habe ich etwas bekommen. Ich war FIX UND FERTIG.

Sonntag: 7:00 Früh Treffpunkt zur Abfahrt zum Tauchboot. Heimkehr: 20:30. Montag das gleiche. Ich habe seit meiner Ankunft schlecht geschlafen, ich war körperlich erschöpft, ich war Montag am Ende. Vermutlich der Grund für meine lange und unlustige Nacht mit Reisedurchfall. Dienstag habe ich mich deshalb krank gemeldet. Das hat wirklich keinen Sinn gemacht. Dafür konnte ich mich an diesem Tag zum ersten Mal ausschlafen, und das war bitter nötig.

Außerdem krass: Je mehr Tage ich im Rahmen des Tauchkurses unterwegs bin, desto mehr schwindet mein Selbstbewusstsein. Jeden Tag finde ich wieder etwas Neues, das ich NICHT kann! Ich lebe in einem gewissen nervösen Dauerzustand. Das klingt jetzt doof, aber ich meine das wirklich so. Zwar sagen alle Instructors, dass das alles noch kommt, und dass ich genug Zeit habe, und dass alles gut wird – aber ich habe das Gefühl gerade gar nicht. Auch wenn mir mein Hirn sagt, dass die schon recht haben werden, schließlich bin ich nicht der erste Divemaster, den sie ausbilden. Euer Wort in Gottes Ohr, meine Lieben.

Tauchen am Tauchplatz Shark Point bei Phuket mit All4Diving. Wanderhunger
… da hat wohl wer vergessen, Datum und Uhrzeit auf der Kamera umzustellen…

Dementsprechend ist meine Tagesstimmung grad schwankend. Ein paar Stunden lang bin ich „Ich werde das nie schaffen, ich werde nie gut genug sein, alles ist für den Arsch, das war alles keine gute Idee!“, und abends bin ich dann so „Hey, hier ist es SO geil, alles ist cool, alles wird gut, ich werde das packen!“

Dass mein Instructor Steve von mir sagt „This is Martina, she’s gonna be my IDC superstar“ ehrt mich zwar, aber setzt mich noch mehr unter Druck, AAAAAAAH!
(IDC: Instructor Development Course)

Lern to chill!

Mein Motto für die nächste Woche.

Ich muss die Dinge einfach kommen lassen. Es können Fehler passieren im Kurs, und das ist in Ordnung. Vielleicht sollte ich anfangen zu meditieren, und das meine ich jetzt (halb) ernst. Ich merke, ich bin noch auf europäischem Erregungs-Level, und das offenbar völlig umsonst.

Come what may! Sit down and relax.

Sonnenuntergang auf der Rückfahrt vom Tauchtrip mit All4Diving auf dem Boot Mermaid. Rückblick auf eine Woche in Patong Beach. Wanderhunger

 

Vergesst nicht, HÖRT MEINEN PODCAST! Vielen Dank 😀

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